Gemeinsam.sicher: Zivilschutzbeauftragte als Sicherheitspartner

Sicherheitsprojekt des Innenministeriums startet ab Jänner in OÖ: Gemeinden, Polizei, Zivilschutz und Bürger arbeiten künftig2016-12-05 Pressegespräch - LPD OÖ Michael Dietrich-6 zusammen

Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde das Projekt „Gemeinsam.sicher“ in Linz vorgestellt. Bis Ende 2017 soll in jeder Gemeinde in Oberösterreich ein sogenannter Sicherheitspartner aus der Bevölkerung installiert werden. Es bietet sich an, dass die Zivilschutzbeauftragten der Gemeinden als solche Sicherheitspartner fungieren. Ebenso soll es eigens geschulte Sicherheitskoordinatoren der Polizei und einen Sicherheitsgemeinderäte in den Gemeinden geben. Zusammen sollen so Probleme in Angriff genommen und Lösungen gefunden werden. Sicherheitsbeauftragte in den Stadt- und Bezirkspolizeikommandos sollen den Überblick in der Region haben.  „Wenn die Polizei gerufen wird, ist es oft schon zu spät. Mit der neuen Initiative sollen negative Entwicklungen schon früh erkannt werden.“,erklärt OÖ Zivilschutz-Präsident NR Mag. Michael Hammer. Der stellvertretende Landespolizeidirektor Mag. Dr. Alois Lißl ergänzt: „Trotz sinkender Kriminalitätsraten gibt es ein größer werdendes Sicherheitsbedürfnis in der Bevölkerung. Wir wollen daher das Exekutive, Gemeinden und Bürger wieder näher zusammenrücken und damit das Sicherheitsbedürfnis wieder heben.“

Test in Schärding

Der seit Frühjahr im Bezirk Schärding laufende Pilotversuch ist gut angekommen. Viele dieser Sicherheitspartner kamen dort bereits aus den Reihen des Zivilschutzes . Auch Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka überzeugte sich vor wenigen Tagen von der guten Zusammenarbeit. Auch in Graz, Eisenstadt und Mödling haben Testläufe guten Anklang gefunden, heißt es von den Verantwortlichen. Mit Jänner startet das Projekt in ganz Oberösterreich, ab Herbst österreichweit.

Foto (LPD/Dietrich) v.l.: Zivilschutz-Landesgeschäftsführer Josef Lindner, Landespolizeidirektor-Stv. Mag. Dr. Alois Lißl, OÖ Zivilschutz-Präsident NR Mag. Michael Hammer

Stärkung des Krisenmanagements an OÖ Schulen

Seit dem Schuljahr 2016/2017 gilt in Oberösterreich ein neuer Erlass zur Aktualisierung der Notfallmappe an den oberösterreichischen Schulen. Die aktuellen Kapitel sind eine Voraussetzung für gutes Krisenmanagement. B56U5613

Laut dem Erlass sind vorbereitende Maßnahmen für den Katastrophenfall verpflichtend, jede Schule muss über ein stromnetzunabhängiges Radiogerät, einen Vorrat von Kaliumjodidtabletten und Notfallbatterien verfügen. Außerdem müssen Hinweisschilder über den Lagerort der Kaliumjodid-Tabletten und Info-Tafeln über die Zivilschutz-Warn- und Alarmsignale im Gebäude angebracht werden.

Um Oberösterreichs Schulen bei der Umsetzung der geforderten Maßnahmen zu helfen, stellt der OÖ Zivilschutz den Schulen ein entsprechendes “Zivilschutz-Notfallset” zur Verfügung. Dazu gehört eine Notfallbox, die ein Notfallradio mit LED-Lampe und Signalleuchte, das mittels Dynamo betrieben werden kann und zwei Kurbel-Taschenlampen beinhaltet. Mit diesen Produkten ist eine batterie-unabhängige Notbeleuchtung und Informationsversorgung möglich.

Zur Notfallbox gehören außerdem Klebebänder zum Abdichten von Fenstern bei Strahlenbelastung und diverse, vom OÖ Zivilschutz und Bundesministerium für Inneres entwickelte, Hinweistafel und Aufkleber, die für das richtige Verhalten im Krisenfall in der Schule aufgehängt werden sollen. Die Box beinhaltet zudem eine Zippfolie zur Aufbewahrung von wichtigen Notfalldokumenten und Checklisten. „Viele Dinge, die im Krisen- und Katastrophenfall für Schutzmaßnahmen im Schulbereich wichtig sind, gibt es künftig griffbereit beisammen in der Zivilschutz-Notfallbox. Diese Box soll aber nicht nur im Ernstfall wichtige Dienste leisten, sondern, ergänzt durch informative Zivilschutzbroschüren und Hinweistafeln, schon bei der Vorbereitung auf Notsituationen behilflich sein“, erklärt OÖ Zivilschutz-Präsident NR Mag. Michael Hammer. Die Bestellzugangsdaten werden über den Landesschulrat und die Bildungsregionen bekannt gegeben.

Foto (Land OÖ/Liedl): Landesschulärztin Dr. Gertrude Jindrich, Präs. Landesschulrat OÖ HR Fritz Enzenhofer, Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Thomas Stelzer, OÖ Zivilschutz-Präsident NR Mag. Michael Hammer und OÖ Zivilschutz-Geschäftsführer Josef Lindner

Weiterlesen: Stärkung des Krisenmanagements an OÖ Schulen

Selbstschutz bei Erdbeben

Auch wenn Österreich nicht zu den großen Erdbeben-Risikozonen gehört, sollte man diese Gefahr nicht gänzlich ausblenden. Die aktuellen Erdbeben in Mittelitalien waren auch in Österreich zu spüren. Beobachtungen von schwingenden Lampen, vor allem in höheren Stockwerken, und Bewegung von Flüssigkeiten in Gefäßen (z.B. Pools), sind typische Effekte dieser über 400 Kilometer entfernten Erdbeben, die auch noch einige Wochen andauern können.  Sollten die Erschütterungen als Rütteln wahrgenommen werden, so handelt es sich vermutlich um ein nahe gelegenes Erdbeben.

Hier finden Sie Tipps, wie man sich vor, während und nach einem Erdbeben verhalten sollte:

VORSORGE – vor dem BebenErdbeben

  • Gebäude in gutem Zustand bzw. Schornsteine, Balustraden, Dachrinnen etc. in Ordnung halten
  • Schwere und eventuell kippende Möbel gut verankern
  • Keine schweren Bilder oder Regale über dem Bett montieren
  • Wasserboiler gut befestigen, Lage des Hauptschalters und der Absperrventile einprägen
  • Notgepäck stets griffbereit haben

RICHTIGES VERHALTEN während dem Beben (siehe Grafik)

A Nicht ins Freie laufen!
B Im Freien befindliche Personen sollen dort bleiben und einen Sicherheitsabstand zu Gebäuden und elektrischen Freileitungen einhalten! 
(Unter Sicherheitsabstand ist normalerweise die halbe Gebäudehöhe zu verstehen)
C Aufzüge nicht benutzen!
D Nicht neben Fenstern aufhalten!

SCHUTZ finden Sie (siehe Grafik)

a Neben tragenden Mauern
b Unter Türstöcken
c Eventuell auch unter einem stabilen Tisch
d In engen Straßen kann auch eine nahegelegene Hauseinfahrt Schutz gewähren!

NACH dem Beben

  • Löschen Sie offene Feuer (z.B.: Kerzen, Kamin)!
  • Schalten Sie den Strom mit dem Hauptschalter aus und schließen Sie die Haupthähne von Gas und Wasser!
  • Überprüfen Sie die Schäden an Ihrem Haus und verlassen Sie das Gebäude bei Einsturzgefahr sofort!
  • Halten Sie weiterhin einen Sicherheitsabstand zu den Gebäuden ein – Gefahr von Nachbeben!
  • Betreten Sie Ihr Haus erst bei offizieller Entwarnung wieder!

Diese und viele weitere Selbstschutztipps finden Sie in der Zivilschutzbroschüre “Meine Sicherheit”. Das umfassende Heft kann kostenlos bestellt  bzw. hier heruntergeladen werden. Nähere Informationen zum Thema Erdbeben gibt es auf der Homepage der ZAMG.

Die Bevölkerung ist gebeten die Website der ZAMG für eine Erdbebenmeldung  (zamg.ac.at/bebenmeldung) zu nutzen. Dies hilft dem Erdbebendienst zukünftige Erschütterungsmeldungen verbessert zuordnen zu können.

Zusätzliche Informationen