Bevölkerung unterschätzt Blackout-Schadensausmaß massiv

Laut einer heute veröffentlichten marketagent Studie ist das Bewusstsein für das Katastrophenszenario Blackout gestiegen. Der OÖ Zivilschutz sieht allerdings massive Fehleinschätzungen seitens der Bevölkerung was das Schadensausmaß und die richtige Vorsorge betrifft.

Die aktuelle marketagent-Studie zur Blackoutvorsorge in Österreich zeigt, dass sich die meisten Österreicher mit dem Thema beschäftigt haben und sich der Gefahr bewusst sind– eine Tatsache, die auch der OÖ Zivilschutz bestätigt. Auch das Bewusstsein für die notwendige Eigen-Vorsorge, vor allem in der Gruppe der 40+-jährigen, ist gestiegen.

Mehr als 5.000 Kundenkontakte verzeichnete der OÖ Zivilschutz im vergangenen Jahr.

Durch die umfassenden Beratungen zum Thema und zusätzlich noch durch die Analyse der Zahlen des Zivil- und Katastrophenschutz-Webshops www.zivilschutz-shop.at, der in Oberösterreich für alle Zivilschutz-Landesverbände betrieben wird, zeichnet sich für die Blackout-Experten hinsichtlich des Schadens-Ausmaßes ein etwas anderes Bild. So ist den Menschen zwar bewusst, dass sie auch Trinkwasser bevorraten müssen, allerdings ist ihnen nicht klar, dass die Kanalisation zusammenbrechen kann und somit auch die Toilette nicht mehr funktionieren wird. Es muss also für eine Nottoilette vorgesorgt werden.“, sagt OÖ Zivilschutz-Geschäftsführer Josef Lindner. „Das ist nur eines von vielen Beispielen dafür, dass die Zweitfolgen und Schäden eines Blackouts von der Bevölkerung unterschätzt werden.“  Der Zivilschutz weist immer wieder darauf hin,  dass auch wenn der Strom wieder da ist, es einige Tage dauern kann, bis auch die Infrastruktur (Lebensmittelversorgung, Pumpwerke,…) wieder funktioniert.

Andererseits wird der Zivilschutz immer wieder von besorgten Bürgern gefragt, welche Notstromaggregate empfehlenswert sind: „Grundsätzlich sagen wir: Für Privathaushalte gibt es wichtigere Dinge, die jeder Haushalt für einen solchen Katastrophenfall braucht. Produkte, die einfacher und kostengünstiger in der Anschaffung sind (Notfallradio, Notkochstelle, Decken, Lebensmittelvorrat,…..). Zur Nutzung eines Notstromaggregates sind bauliche Maßnahmen notwendig, welche gesetzlichen Vorgaben unterliegen. Voraussetzung für eine Einspeisung ist die richtige Infrastruktur am Gebäude – ein Netztrenner und eine Einspeiseschnittstelle. Außerdem muss Treibstoff bevorratet werden, der aber nur eine begrenzte Haltbarkeit hat und richtig gelagert werden muss. Außerdem kann es auch zum Ausfall des Notstromaggregates kommen. Wer sich unbedingt eines anschaffen will, muss auf jeden Fall ein konzessioniertes Elektrounternehmen beauftragen und das Bauamt der Gemeinde über das Vorhaben informieren.“

Bei der Notbeleuchtung setzen die Österreicher gerne auf die – meist schon im Haushalt vorhandenen – Kerzen und übersehen dabei, dass sich die Brandgefahr dadurch stark erhöht. Da auch alle Einsatzorganisationen vom Blackout betroffen sind, werden diese rasch an ihre Grenzen stoßen und nicht mehr die gewohnte Leistung bieten können. Heutzutage gibt es jedoch praktische LED-Alternativen mit einer langen Leuchtdauer– batteriebetrieben oder für die Personen, die wirklich auf Nummer sicher gehen wollen, mit Dynamo – also kurbelbetrieben.

Die Vorsorge-Experten des OÖ Zivilschutzes beraten seit Jahren zum Thema Blackout, die Basis des Selbstschutzes ist ein krisenfester Haushalt, damit die die Bürger mindestens eine, besser zwei Wochen autark leben können und das Haus nicht verlassen müssen.

Hilfreiche Tipps dazu gibt es auch im Zivilschutz-Blackout-Infofolder mit Checklisten für die Zeit vor, während und nach einer solchen Katastrophe sowie die Broschüre Krisenfester Haushalt der kostenlos angefordert werden kann.