Strahlenschutz

Mehr als 30 Jahre nach der Katastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl und noch nicht einmal zehn Jahre nach der Zerstörung der Reaktoren in Fukushima bleiben die Sicherheit und die Vorsorge bei einem Atomunfall ein wichtiges Thema des OÖ Zivilschutzes.

In Österreich gibt es keine aktiven Atomkraftwerke. Aber in einem Abstand von 200 Kilometern zur Grenze produzieren rund 30 Reaktoren Atomstrom. Man muss davon ausgehen, dass radioaktive Katastrophen möglich sind: Nur rund 50 Kilometer von der oberösterreichischen Grenze im Mühlviertel entfernt liegt das AKW Temelin. Auch das deutsche AKW ISAR ist nur rund 65 Kilometer von Braunau entfernt. Dazu kommt, dass sich praktisch alle Länder, die Atomenergie nutzen, sich mit dem Problem des Sicherheitsniveaus alt werdender Reaktoren auseinandersetzen müssen.

Die Strahlenschutzbroschüre informiert umfassend über das Thema, gibt Selbstschutztipps für die Zeit VOR, WÄHREND und NACH einem solchen Unfall und behandelt erstmalig das Thema Radon – natürliche Strahlenbelastung.

Selbstschutz ist Pflicht

Oberösterreichs Behörden und Einsatzorganisationen haben für ihre Aufgabenbereiche dementsprechende Vorkehrungen getroffen, es gibt Notfallpläne, die im Katastrophenfall in Kraft treten. Zusätzlich müssen die Bürger aktiv Selbstschutz betreiben, um das Risiko einer atomaren Verstrahlung für sich und die Familie zu minimieren. Eigene Schutzmaßnahmen können zwar eine großflächige radioaktive Verunreinigung nicht ungeschehen machen, aber die möglichen persönlichen Schäden verringern.

Umfangreiches Angebot

Im Bereich des Strahlenschutzes ist der OÖ Zivilschutz mit einem breiten Informations- und Beratungsangebot tätig. Das Thema wird in Vorträgen zielgruppengerecht vermittelt. Neben Broschüren und Vorträgen werden auch Exkursionen zu den AKWs in Zwentendorf und Temelin für ein Fachpublikum (Behördenmitarbeiter, Führungskräfte der Einsatzorganisationen,…) angeboten.

Strahlenschutzberatung an Schulen

Der OÖ Zivilschutz bietet auch Beratungsgespräche zur Unterstützung bei der Erstellung eines auf die jeweilige Schule bezogenen Strahlenalarmplanes an und informiert in Vorträgen – für die Lehrer (Konferenz), für Eltern (Schulforum, Elternverein) und auch für Schüler – über das Thema Strahlenschutz. Außerdem kann beim Zivilschutz eine Wanderausstellung zu verschiedenen Sicherheits- und Selbstschutzthemen gebucht werden.

Zivilschutz-Notfallset für Schulen

Seit dem Schuljahr 2016/2017 gilt in Oberösterreich ein neuer Erlass zur Aktualisierung der Notfallmappe an den oberösterreichischen Schulen. Die aktuellen Kapitel sind eine Voraussetzung für gutes Krisenmanagement.

Laut dem Erlass sind vorbereitende Maßnahmen für den Katastrophenfall verpflichtend, jede Schule muss über ein stromnetzunabhängiges Radiogerät, einen Vorrat von Kaliumjodidtabletten und Notfallbatterien verfügen. Außerdem müssen Hinweisschilder über den Lagerort der Kaliumjodid-Tabletten und Info-Tafeln über die Zivilschutz-Warn- und Alarmsignale im Gebäude angebracht werden.

Um Oberösterreichs Schulen bei der Umsetzung der geforderten Maßnahmen zu helfen, stellt der OÖ Zivilschutz den Schulen ein entsprechendes “Zivilschutz-Notfallset” zur Verfügung. Dazu gehört eine Notfallbox, die ein Notfallradio mit LED-Lampe und Signalleuchte, das mittels Dynamo betrieben werden kann und zwei Kurbel-Taschenlampen beinhaltet. Mit diesen Produkten ist eine batterie-unabhängige Notbeleuchtung und Informationsversorgung möglich.

Zur Notfallbox gehören außerdem Klebebänder zum Abdichten von Fenstern bei Strahlenbelastung und diverse, vom OÖ Zivilschutz und Bundesministerium für Inneres entwickelte, Hinweistafel und Aufkleber, die für das richtige Verhalten im Krisenfall in der Schule aufgehängt werden sollen. Die Box beinhaltet zudem eine Zippfolie zur Aufbewahrung von wichtigen Notfalldokumenten und Checklisten. Viele Dinge, die im Krisen- und Katastrophenfall für Schutzmaßnahmen im Schulbereich wichtig sind, gibt es künftig griffbereit beisammen in der Zivilschutz-Notfallbox. Diese Box soll aber nicht nur im Ernstfall wichtige Dienste leisten, sondern, ergänzt durch informative Zivilschutzbroschüren und Hinweistafeln, schon bei der Vorbereitung auf Notsituationen behilflich sein. Zu jeder georderten Notfallbox gibt es eine Zivilschutz-Vorratstasche, die zum Lagern von Notfall-Lebensmitteln gedacht ist.

Kontaktieren Sie uns bei Interesse an einem Vortrag, einer Strahlenschutzberatung oder dem Zivilschutz-Notfallset für Schulen!